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Riesling, die edelste deutsche Rebsorte

Ein Nahe-Winzer verbringt mit der Bearbeitung des Bodens, dem Pflanzen von Reben, dem Pflegen der Rebstöcke, der Bekämpfung von Schädlingen, und natürlich der Weinlese, etwa 1000 Stunden pro Jahr und Hektar im Weinberg ("Wingert"). Daran hat sich seit den Zeiten Vergils (70-19 vor Chr.) wenig geändert, wie man in seinen Gedichten zum Landbau "Georgica" nachlesen kann:

Wenn das letzte Laub der Weinstock verlor,
wenn der Nordwind weggenommen
den Schmuck der Wälder mit frostigem Hauch,
denkt in seinen Sorgen der Winzer an das kommende Jahr.
Und er tritt mit dem Messer, dem krummen Zahn des Saturn,
in die verödeten Reben und schneidet sie stutzend.
Grabe den Boden sogleich!
Und ins Feuer mit den Ranken, die du geschnitten.
Dann bringe unter Bedachung das Pfahlwerk,
denk an die Lese zuletzt.
Zweimal im Jahr droht Schatten den Reben.
Zweimal umzieht Unkraut in erstickendem Wuchern die Pflanzen:
ein wahrhaft hartes Geschäft!

Besondere Pflege braucht der Riesling, die edelste deutsche Keltertraubensorte für Weißweine, welche gute Standorte verlangt: gut durchlüftete, mineralstoffreiche Böden, ein Sommer mit ausreichender Wärme und Feuchtigkeit, ein trockener und sonnenreicher Herbst, mit Vorliebe auch Steilhang-Bereiche. Tatsächlich ist der Riesling die Weinrebe mit der längsten Wachstumszeit und damit der höchsten Qualität. Das Ergebnis lohnt aber die Mühen, ergibt doch der Riesling aus dem Nahetal ausgesprochen fruchtige, mineralstoffreiche Weine mit feinen Säuren, schlank-elegant und alkoholarm. Gerade dies hat zur Bekanntheit des Naheweines weit über die Grenzen des Naheraumes hinaus beigetragen. Der Riesling, früher auch Rösling oder Rüsling genannt, wurde schon im Mittelalter im Nahetal angebaut, urkundlich belegt jedoch erst für das 15. Jahrhundert. Aus eben dieser Zeit stammt die folgende Geschichte: der trinkfreudige Rheingraf Friedrich Wilhelm verwettete bei einem seiner Festgelage auf der Ebernburg im Jahre 1439 das Naheweindorf Hüffelsheim mitsamt seinen Einwohnern, indem er es demjenigen versprach, der den mit Wein gefüllten Stiefel seines Kuriers in einem Zuge leeren könnte. Ein solches Angebot ließ sich der Wein- und trinkgewohnte Ritter Boos von Waldeck natürlich nicht entgehen und gelangte auf diese Weise in den Besitz des Dorfes. Der Volksmund will wissen, dass der Ritter sogleich nach einer zweiten Füllung des Stiefels verlangte, um damit auch in den Besitz des Weindorfes Roxheim zu gelangen —worauf sich der Rheingraf allerdings nicht mehr einließ.

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