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Bingen an der Mündung der Nahe in den Rhein

Die Stadt Bingen am Rhein-Nahe-Eck entstand aus einem Garnisonslager der Römer, das strategisch wichtig an der römischen Straße "Via Ausonia" von Mainz nach Trier kurz vor dem Aufstieg in den Hunsrück gelegen war. Die dazugehörige Befestigungsanlage ("Castellum Bingium") befand sich auf dem Kloppberg, ziemlich genau an der Stelle, wo heute die mittelalterliche Burg Klopp steht. Die Häuser des römischen Städtchens "Bingium" gruppierten sich im Schutze einer Stadtmauer eng um das Kastell. In den ersten drei Jahrhunderten n. Chr. war die Region wegen ihres milden Klimas eine bevorzugte Wohngegend nicht nur für die damalige Aristokratie sondern auch für wohlhabende Geschäftsleute, hohe Militärs sowie Senatoren aus der eine Tagesreise entfernten Provinzhauptstadt Mainz ("Moguntiacum"). Davon zeugt beispielsweise eine "Villa rustica" mit repräsentativem Gutsherrenhaus, Badeanlagen und zahlreichen Nebengebäuden, die derzeit im Binger Wald freigelegt wird. Diese große Zeit endete erst mit der Eroberung des Nahe-Hunsrück-Gebietes durch die Alemannen im Jahre 355. Auf dem nördlichen Hochufer der Nahe im Ortsteil Bingerbrück errichtete die wohl bekannteste Frau des Hochmittelalters, die Benediktinerin Hildegard von Bingen (1098-1179) in den Jahren 1147-1150 ihr Kloster "Rupertsberg" und machte damit den Ort weltberühmt. Mitten in und über der Stadt liegt die restaurierte Burg Klopp, die zusammen mit dem Mäuseturm an der Engstelle des Rheins (dem Binger "Loch") und der spätgotischen Basilika St. Martin (793 erstmals erwähnt) die Wahrzeichen der Stadt bilden. Die Stromschnellen am Binger Loch wurden durch mehrere sperrende Quarzitbarrieren verursacht, in die aber mit Aufkommen der Dampfschifffahrt nach und nach die heutige breite Fahrrinne gesprengt wurde. Eine steinerne Brücke, die "Drususbrücke" aus dem 11. Jahrhundert mit Brückenkapelle, führt über die Nahe und verbindet Bingen mit Bingerbrück. Sehenswert auch die St. Rochuskapelle, die 1666 als Pestkapelle gestiftet wurde. Das Rochusfest zu Ehren des Heiligen, von dem die Legende berichtet, dass er sich bei der Pflege von Pestkranken diese ansteckende Krankheit selber zuzog, wurde bereits von Goethe in einem Aufsatz beschrieben.

In der obigen Abbildung geht der Blick vom Aussichtsturm auf dem Rochusberg oberhalb von Bingen weit über die Stadt, die Nahemündung und den Rhein bis hin zu den steilen Abhängen des Rheinischen Schiefergebirges. Dieses Gebirge bildet eine eigentliche Barriere für den Rhein, deren Durchquerung hier ihren Anfang nimmt. Tief eingeschnitten und mit vielen engen Windungen fließt der Rhein jetzt den Ausläufern des Hunsrücks entlang, um schließlich nach 50 km malerischer Strecke die Tiefebene und danach das Meer zu erreichen. Der Rochusberg selber mit der Kapelle St. Rochus ist ein überaus lohnendes Ausflugsziel, bietet er doch durch seine einzigartige Lage einen Rundblick nach allen Seiten: mit den sanfte abfallenden Rebbergen und der Ebene des Kreuznacher Beckens im Süden und den waldreichen Höhen des Hunsrücks im Westen und Norden.

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